„Produkte müssen erlebbar sein, das ist die Zukunft“

„Produkte müssen erlebbar sein, das ist die Zukunft“

In Sachen Produktpräsentation hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Wer seine Produkte effektiv und unterhaltsam in Szene setzen möchte, kommt an Virtual Reality nicht vorbei. Egal, ob es sich um Kleidung, Autos, Backsteine oder Baumaschinen handelt oder um zum Beispiel Zementmühlen. Die Firma Pfeiffer baut die größte Zementmühle der Welt. Gleichzeitig ist das Unternehmen Spitzenreiter, wenn es darum geht, seine Produkte mit der neuen VR-Technologie zu inszenieren. Mit VR-Brille verlässt man die reale Welt. In Wirklichkeit taucht man noch tiefer in die Produkte ein. Showeffekte inklusive. Das innovative Startup ZREALITY macht zusätzlich den Zugang zum „virtuellen Showroom“ möglich.

Über eine Wendeltreppe geht es hoch hinauf. Die Treppe hat kein Geländer. Nix für Angsthasen. Das Erlebnis ist beeindruckend. Der Ausblick gigantisch. Die Besucher sind begeistert, aber hochkonzentriert. Sie wollen schließlich nicht daneben treten und in die Tiefe fallen. Vorsichtig tasten sie sich Stufe für Stufe in die Höhe … Nein, diese Szene stammt nicht aus einem Freizeitpark. Sie spielt sich im pfälzischen Kaiserslautern ab. Bei Gebr. Pfeiffer SE, einem der größten Anbieter von Vertikalmühlen weltweit, ist gerade eine VR-Präsentation einer 20 Meter hohen Zementmühle im Gange. Ausgerüstet mit Virtual Reality-Brillen ist dort eine Gruppe von Leuten – mit und ohne Höhenangst – in eine virtuelle Welt eingetaucht, um die größte Zementmühle der Welt zu erkunden. Für ein paar Minuten vergessen die Teilnehmer, dass sie in Wirklichkeit fest auf dem Boden stehen und da, wo sie gerade entlanglaufen, eigentlich gar nichts ist.

Virtueller Wow-Effekt

„Das war der Hammer“, sagt einer der Besucher, als er die Brille wieder absetzt. Diese Reaktion hat Eric Deubl, Head of Order Execution Department, schon oft gehört. Das war nur eine der verschiedenen Anwendungen, die Pfeiffer mit seinem virtuellen Showroom neuerdings nutzt, um seine Produkte erlebbar zu machen. „Diese kleine Adrenalin-Einlage ist witzig“, sagt er, „sie soll allerdings nicht ablenken von den unzähligen anderen Features, die VR bietet, um tiefer in die Produkte einzusteigen“, sagt Deubl. Bei einer anderen Anwendung können die Besucher mit einem virtuellen Steuerungs-Panel in der Hand , die einzelnen Prozessabläufe an einem Miniaturmodell der Mahlanlage selbst steuern. In einem virtuellen Empfangsraum wird die Geschichte des Unternehmens erzählt, welches seit 1864 in Kaiserslautern ansässig ist. Bereits 1925 wurde in dem familiengeführten Betrieb damals die größte Zementmühle der Welt gebaut. Seit 150 Jahren ist Pfeiffer in Sachen moderne Aufbereitungstechnik Vorreiter neuester Mühlentechnologien. Bis heute kommt die größte Zementmühle der Welt aus Kaiserslautern.

Produkte emotional aufladen

„Eine Zementmahlanlage ist zugegeben per se nicht besonders emotional. Durch VR kann sie allerdings zum Erlebnis werden, Aufmerksamkeit erregen und in Erinnerung bleiben“, so Deubl. „Ein Produktflyer reißt heute niemanden mehr aus dem Sitz. Die Kunden wollen auch etwas erleben und brauchen Inspiration. Hier kann der Kunde seine bereits geplante Anlage bereits vor der Montage erkunden und live erleben.“

Gleichzeitig liefert die Anwendung interessante Informationen und tiefe Einblicke in die Maschine. Produktpräsentation at it’s best, sozusagen.“

Pfeiffer verkauft nicht nur Mühlen, sondern ganze Mahlanlagen zur Herstellung von z.B. Zement in die ganze Welt.

Neben den innovativen Mühlen (MPS / MVR Serie) bietet Gebr. Pfeiffer ein breites Portfolio an Maschinen für die Bereiche Mahlen, Sichten, Trocknen, Löschen und Kalzinieren. Gerade auf dem globalen Markt wird das Visualisieren und Erlebbarmachen von Produkten immer wichtiger. „Produkte lassen sich mit derartigen VR-Anwendungen emotional aufladen“, sagt Adrian Dietrich von ZREALITY, ein Unternehmen mit führenden Spezialisten in Sachen VR, das die Anwendung entwickelt hat. „Besonders für die Kundenbindung ist das ein hilfreiches Tool.“

Virtueller Showroom ist ein neues Universum

„Natürlich geht es dabei nicht nur um Showeffekte, wir haben mit dem VR-Thema auch tolle Möglichkeiten, Röntgenblicke ins Produkt zu erhalten, die wir selbst, wenn wir direkt bei der realen Anlage wären, nicht hätten. Außerdem macht es einfach mehr Spaß, sich auf diese Weise einer Maschine zu nähern. Die Kunden lieben das.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass das alles ortsunabhängig geschieht. Gerade für Produkte, die schwer transportabel oder schlecht visualisierbar sind, wird hier ein ganz neuer (Erlebnis-)Raum geschaffen. Mit der VR-Technologie spielt es keine Rolle mehr, wo man sich auf dem Erdball gerade befindet. Eine solche Präsentation mit VR kann man förmlich aus der Tasche ziehen. Alles, was man braucht, ist eine VR-Brille, ein Tablet oder Smartphone.

Ein virtueller Showroom ist grenzenlos. Weder die Größe von Produkten noch die Art spielen eine Rolle. Alles ist hier möglich. Spannende Insights, Informationen und Stories können hier platziert werden. Durch die Austauschbarkeit von Welten, Hintergründen, dem Schaffen von verschiedenen Versionen und Abwandlungen kann VR Produkte dort einbetten, wo man sie haben will. „Die Anwendung lässt sich branchenübergreifend auf die verschiedensten Produkte und Geschäftsmodelle übertragen“, so Dietrich von ZREALITY, „das ist das Spannende – da steckt ungeheuer viel Potenzial drin.“

Besseres Verständnis für Produkt

„Produkte müssen erlebbar sein, das ist die Zukunft. Wer jetzt in das Thema einsteigt“, so Eric Deubl, „dem eröffnen sich große Chancen. Wir haben schon früh mit VR gearbeitet und bereits vor einigen Jahren damit unsere Anlagen visualisiert. Wir waren und sind da absolute Vorreiter in unserer Branche. Durch den neuen virtuellen Showroom wird die VR zu einem skalierbaren Produkt mit einem Input für die Kundenbeziehungen.“ Geplant ist, das Profil des Unternehmens als Technologieführer in Sachen VR weiter auszubauen und sich als modernes, kundenorientiertes Unternehmen immer weiter zu etablieren. „Im nächsten Schritt wollen wir diese Technologie auch für Mitarbeiterschulungen einsetzen“, so Deubl.